Serra de Tramuntana
Unesco - World heritage
Serra de Tramuntana

Die Serra de Tramuntana im September

 

KATEGORIEN: Culture.

30.09.2017
 

Olivenöl-Tourismus und Naturlandschaften in der Serra de Tramuntana

 

Olivenbäume sollen schon seit sehr langer Zeit - ungefähr seit zweitausend Jahren - in MALLORCA beheimatet sein. Damals wurden sie von den Karthagern und Phöniziern hergebracht; auch die Römer trugen zur Verbreitung des Olivenbaums bei, der heute aus dem mallorquinischen Landschaftsbild nicht mehr wegzudenken ist.

 

Da der Olivenbaum Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende alt wird, gibt es einige Exemplare, die außergewöhnlich schön sind und ein natürliches kulturelles Erbe von immensem Wert darstellen. Jahrtausende- und jahrhundertealte Olivenbäume mit ihren unglaublich bizarren Wuchsformen, Workshops, Weindegustationen oder -verkostungen, Koch- und Ölproduktionskurse, Besuche in Mühlen oder alten Pressen sowie von Sehenswürdigkeiten von größtem kulturellen und landschaftlichen Interesse - beispielsweise die Schlucht Barranco de Biniaraix mit ihren traditionellen Marjades (Trockensteinstützmauern).

 

Das Wiederaufleben der traditionellen Trockensteinmauern

 

Beim Wandern auf Mallorca stößt man immer wieder auf verschiedene Aktionen im Zusammenhang mit der Restaurierung, Erhaltung, dem Schutz und der Förderung der traditionellen Trockensteinmauern, für die sich der Consell de Mallorca starkmacht.

 

Die vom Consell de Mallorca durchgeführten Maßnahmen für die Trockensteinmauern, die ein bedeutendes Erbe für Mallorca darstellen, bestehen aus sechs Teilen:

  • Schulung: Schulungen und Workshops sowie Beschäftigungsworkshops für die Ausbildung von Arbeitslosen zum Beruf des Marger (Trockensteinmaurer).
  • Restaurierung: Wiederherstellung der Trockensteinmauern über Programme der Brigades del Patrimoni (Kulturerbeteam).
  • Untersuchungen und Klassifizierungen: Das Erstellen von Katalogen verschiedener Trockensteinbauwerke (Terrassen, Straßen, alte Steinhäuser) und die Teilnahme an europaweiten Projekten für die Untersuchung, Katalogisierung und Aufwertung von Trockenstein.
  • Örtliche Entwicklung: Die Förderung lokaler Aktivitäten über den Trockenstein.
  • Schutz: Initiativen für den Schutz von Trockensteinbauwerken.
  • Verbreitung: Umsetzung von Werbeaktivitäten über das Erbe der Trockensteinbauwerke (Veröffentlichungen, Ausstellungen, Kongresse...).

 

Raixa, eine Liegenschaft der Serra mit Geschichte

 

Viele Jahrhunderte, bevor der Tourismus auf der Insel Mallorca zur treibenden Wirtschaftskraft wurde, gehörte das Landgut Raixa zu den bedeutendsten Gutshöfen oder Possessions, die die Existenz der mallorquinischen Pageses (Bauern) und Senyors (Gutsherren) sicherten.

 

In den Ausläufern der Serra de Tramuntana in der Gemeinde Bunyola an einem nach Süden ausgerichteten Hang bei Kilometer 12 auf der Straße Palma-Soller gelegen, war Raixa ursprünglich ein wasserreiches muslimisches Dörfchen, das nach der Eroberung der Insel durch König James I, König von Aragon, vom Monarchen selbst dem Grafen von Ampurias, Ponce IV, übergeben wurde. Der Graf von Ampurias war ein Adliger, der den König bei seinem Unternehmen begleitete. Danach fiel das Anwesen in die Hände der Familie Sant Marti Sureda und später ging es in das Eigentum der Familie Zaforteza-Tagamanent über.

 

Die Serra de Tramuntana, Inspiration von Dichtern und Gelehrten

 

Raixa, Sa Farm, Alfàbia, Canet, Superna, Berga, usw. sind Orte in der Serra de Tramuntana, die Zeuge davon sind, dass hier das Thema Landschaft kulturell immer stark im Vordergrund stand.

 

Auch in der Dichtung des Kostumbrismus, in Romanen und in Strömungen der Landschaftsmalerei ist die Landschaft ein zentrales Thema. Es gibt viele Beispiele Inselansässiger, die auf die Landschaft Einfluss nahmen - nicht nur Maler und Dichter: Sert und Broner in Ibiza, Graves, Miró, Utzon, der verstorbene Nobelpreisträger Dausset, Adoptivsohn von Soller, bei seiner Dankesrede bei der Übergabe des Ehrendiploms Doktor Honoris Causa durch die UIB (Universität der Balearen), Miquel Barceló, bei seiner Rede beim in Empfang nehmen des Prinz-von-Asturien-Preises...